OTAG GmbH: lion-Powerblock

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Bildquelle: OTAG

OTAG – Das Unternehmen

Im Jahr 2000 beschlossen die vier Gründer der OTAG eine „Stromerzeugende Brennwertheizung“ für Ein- bis Dreifamilienhäuser zu entwickeln. Als Kooperationspartner wurde zunächst Button Energy (Österreich) gewonnen. Im Dezember 2003 entstand der erste Prototyp und die Firma wurde auf 14 Mitarbeiter aufgestockt. Im Januar 2006 erfolgte der erste Feldtest: Der lion-Powerblock erhielt eine Zulassung für sämtliche europäische Länder. Die Vermarktung erfolgt seit Oktober 2006 über die OTAG Vertriebs GmbH & Co. KG mit Sitz in Olsberg (Hochsauerlandkreis). Der Vertrieb konzentriert sich zurzeit auf Deutschland und die Schweiz. Bis zur Insolvenz wurden nach Angaben von OTAG rund 200 Geräte bei Endkunden installiert.


Das rein privat beschaffte Startkapital der OTAG betrug anfangs 2 Mio. €, 2009 wareb es 5,1 Mio. Euro. „Es sind die Einlagen von 61 Kommanditisten, die an den Erfolg der Technologie glauben. Wir haben kein Geld von der Bank oder irgendwelche Fördermittel erhalten“, betonte Franz-Josef Schulte.

In den Werkshallen der Firma Olsberg Hermann Everken GmbH, einem Hersteller von industriellen Gussprodukten und Lösungen aus Stahlblech und Edelstahl, wurden kleine Stückzahlen der Klein-Blockheizkraftwerke von OTAG vormontiert. Die Firma Olsberg hielt zudem eine 10%ige Beteiligung an der OTAG GmbH .

Seit dem 24.07.2009 lieferte die Fa. Paul Köster GmbH, Medebach regelmäßig das Kernstück der lion-Powerblocks den sogenannten Linator an die OTAG.

Der Absatz des Lion-Powerblocks war zahlenmäßig insgesamt recht gering. So wurden für 2008 gerade einmal 44 Zuwendungsbescheide vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, der BAFA, für ,Lion-Powerblocks‘ versandt. Von diesen 44 Anlagen wurden bis Juli 2009 erst 10 ausgeliefert.

Insolvenz: Am 8. Dezember 2011 wurde das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der OTAG Vertriebs GmbH & Co. KG vom Amtsgericht Arnsberg eröffnet. Die Geschäftsleitung der OTAG Vertriebs GmbH & Co. KG will betroffene Geschäftspartner und Kunden noch gesondert ansprechen. Man bedauere diese Entwicklung und werde, auch unter den einschränkenden Bedingungen des Insolvenzverfahrens, nach Kräften weiter für den Erfolg der Strom erzeugenden Heizung lion – Powerblock arbeiten.

Technische Daten Lion-Powerblock

  • Anwendungsbereich: 1–3 Familienhäuser, Kleingewerbe
  • Brennstoff: Erdgas, Flüssiggas
  • Brennstoffverbrauch: n.v.
  • Geräuschniveau: 48-54 db (A)
  • Stromverbrauch: n.v.
  • Motor: prozessdampfbetriebener Doppelfreikolben (LINATOR)
  • elektrische Leistung (Strom): 0,3 kW – 2,0 kW ±10% 230V
  • thermische Leistung (Wärme): 3,0 kW – 16,0 kW ±5%
  • Abmessungen: 62,0 x 126,0 x 83,0 cm (BxHxT)
  • Gewicht: 195 kg
  • Abgasführung: n.v.
  • Abgastemeratur: n.v.
  • Betriebstemperatur Heizkreis: n.v.
  • Umgebungstemperatur: n.v.
  • Luftfeuchtigkeit: n.v.
  • Stromanschluss: n.v.
  • Anschlüsse: n.v.
  • Zulassungen: n.v.

lion-Feldversuche in Deutschland

Badenova: acht Lion-Geräte von der Firma OTAG haben den Test bisher nicht bestanden. Bei allen ist jener Teil ausgefallen, der Strom produzieren sollte. Zudem haben die Geräte nur 80 Prozent der angegebenen Heizleistung erbracht. Badenova-Sprecher Erich Möck nennt dies ärgerlich für die Familien, aber dies könne ein Ergebnis eines wirklichen Feldversuchs sein. Bei allen OTAG-Geräten habe ein Materialfehler des Herstellers für den Ausfall gesorgt. Massive Kritik übte der Badenova-Sprecher jedoch an der Problemlösungsfähigkeit der Herstellerfirma OTAG: „Es wurden einfach zu lange keine Ersatzteile beigebracht. Das ist deutlich mangelhaft.“ (Quelle: badische-zeitung.de)


GASAG: Die Berliner Gaswerke AG (kurz GASAG)  kooperiert seit 2005 mit der OTAG und testet derzeit sieben lion Powerblocks (2,2 kWel und 16 kWth), um die Marktvorbereitung und -einführung dieser Freikolben-Dampfmaschinen in Berlin-Brandenburg voranzutreiben. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Gastechnologische Institut Freiberg. Der Feldversuch hat ergeben, dass der seitens OTAG angegebene Gasamtnutzungsgrad von > 94 Prozent tatsächlich erreicht wird. Die Schallemissionen, die zwischen 50 und 54 dB (A) betragen sollen, liegen allerdings in der Praxis z.T. deutlich oberhalb dieser Werte. Im Feldversuch lagen die Werte der fünf gemessenen Anlagen zwischen 55 und 64 dB (A). Hinsichtlich der Abgasverluste wurden sehr gute Werte zwischen 1,7 und 2,8% erreicht (Grenzwert 11%). Auch die Emission von NOx und Kohlenmonoxid unterschreiten die z.T. noch in der Gesetzesentwurfsphase befindlichen Grenzwerte im Testbetrieb deutlich. Bis zu Beginn des Jahres 2008 arbeiteten die im Monitoring befindlichen Geräte mit eingeschränkter elektrischer Leistung (max. 1.500 Watt). Zu Beginn des Jahres 2008 erfolgte die Umrüstung der lion-Powerblocks auf eine komplett neue Linator-Variante mit neuem Ankerrohr und Kompensationsspule, sodass die Geräte mit der vom Hersteller angegebenen Nennleistung betrieben werden konnten. Die danach weiterhin aufgetretenen Störungen, insbesondere an den Linatoren zeigen, dass weiterhin Entwicklungsbedarf besteht um eine für die Markteinführung nötige Standfestigkeit zu erreichen. (Quelle: DBI-GUT.de)

lion-Powerblock Arbeitsprinzip

Dampf-Expansionsmaschinen: Der lion-Powerblock der Firma OTAG ist das einzige Mini-BHKW auf der Basis einer Dampfkraftmaschine. Bei diesen auch Dampf-Expansionsmaschine genannten Technik wird durch die Ausdehnung von Wasserdampf ein Kolben angetrieben, der wiederum den Generator antreibt. Die Technologie basiert auf der bewährten Dampfprozesstechnik und kann vermutlich den zur Zeit höchsten Brennstoffnutzungsgrad von 84 bis zu 98 % erreichen. Dies ist unabhängig von der Rücklauftemperatur der Heizkreise und liegt damit höher als übliche Brennwerttechnik.

Doppelfreikolben: Im lion-Powerblock arbeitet ein prozessdampfbetriebener Doppelfreikolben. Das Konzept verzichtet vollständig auf drehende Teile – daher der Name Linator (Lineargenerator). Die Frequenz der Schwingung wird als Hubzahl angegeben. Die Hubzahl des Linator beträgt beim Powerblock 40–75 Hz, das heißt ca. 2.400–4.500 Hübe pro Minute. Der Gasbrenner erhitzt Wasser in einem Rohrverdampfer zu Prozessdampf von ca. 350 °C mit 25–30 bar Druck. Der Dampf tritt wechselweise in den linken und rechten Arbeitszylinder des Linator ein und expandiert.
Der Linator ist einem konventionellen Brenner nachgeschaltet. Wenn es Probleme mit der Stromerzeugung gibt, kann man über einen Tastendruck auf reinen Brennerbetrieb umschalten. Im reinen Brennerbetrieb soll der lion-Powerblock ähnlich störungsfrei laufen, wie eine konventionelle Gasheizung.

Ankerspule: Die mit dem Doppelkolben fest verbundene Ankerspule wird bei jedem Expansionsvorgang durch ein starkes Magnetfeld getrieben und erzeugt so Strom. Der in der Spule erzeugte elektrische Gleichstrom wird über einen Wechselrichter in den gewohnten Wechselstrom gewandelt.

Plattenwärmetauscher: Der Kühlkreislauf führt die Wärme aus dem Linator über einen Plattenwärmetauscher ab und übergibt diese an Ihren Heizungs- und Brauchwasserkreislauf.

Funktionsschema lion-Powerblock
Bildquelle: Button Energy


Vorwärmphase: Der lion-Powerblock startet mit einer Vorwärmphase (ca. 8 Minuten), in der ein  Erdgasbezug von ca. 7 kW erreicht wird. Dabei tritt ein kurzzeitiger Strombezug auf, der zum Betrieb geräteinterner Baugruppen benötigt wird.

Anlaufphase: Während der anschließenden Anlaufphase beginnt die Stromerzeugung, wobei zunächst der  Eigenbedarf des Gerätes gedeckt wird. Nachfolgend startet die Einspeisung der erzeugten Elektroenergie bis auf die angeforderte Leistung, die auf Grund der wärmegeführten Betriebsweise von der Wärmeanforderung abhängig ist.

Nachlaufphase: Nach Deckung des Wärmebedarfs erfolgt die Abschaltung der Brennstoffzufuhr. Es beginnt die Nachlaufphase, in der die Freikolbendampfmaschine aufgrund des vorhandenen Restdampfes ca. 2 bis 3 Minuten nachläuft. Die im Gerät verbliebene Restwärme wird mit Hilfe der internen Heizungspumpe in das Heizungssystem abgegeben. Nach Abschaltung der Stromerzeugung bezieht das Gerät bis zum Ende der Nachlaufphase Elektroenergie aus dem Stromnetz.

Kontakt

OTAG Vertriebs GmbH + Co. KG
Zur Hammerbrücke 9
D-59939 Olsberg
fon: + (49) 29 62 / 735 83 0
fax: + (49) 29 62 / 735 83 41
E-Mail: info@otag.de

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