BHKW-Prinz.de

Alles über Mini-BHKW

10 Fragen und Antworten zum Thema „Mini-BHKW“

BHKW Hilfe

Bildquelle: Fotolia

Wenn Hausbauer oder Sanierer das erste Mal auf das Thema „Mini-BHKW“ stoßen, stehen immer die gleichen Fragen im Raum. Der BHKW-Prinz hat die Top-Ten der Fragen & Antworten zusammengestellt:

1. Was ist der zentrale Unterschied gegenüber einer regulären Heizung?

Moderne Mini-BHKW arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Um das Maximum aus dem eingesetzten Brennstoff heraus zu holen, wird gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt. Der Wirkungsgrad der Mini-BHKW liegt so meist über 90%!

Für die Stromproduktion wird ein Stromgenerator angetrieben, daher ist Bewegungsenergie notwendig. Im Gegensatz zu einem vergleichsweise simplen Heizkessel mit Brenner, ist bei einem Mini-BHKW daher immer ein Art Motor oder Turbine notwendig. Die Bewegungsenergie wird je nach Hersteller mit einem Vier-Takt-Motor, einem Stirling-Motor, einer Gasturbine oder einem dampfbetriebenen Kolben erzeugt. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme wird bestmöglich genutzt, um Brauch- und Heizwasser zu erwärmen.

Gegenüber regulären Heizkesseln bedeuten die beweglichen Teile allerdings auch einen erhöhten Wartungsaufwand. Dessen müssen sich die (zukünftigen) Betreiber eines Mini-BHKW bewusst sein.

2. Benötige ich überhaupt noch einen eigenen Stromanschluss?


Ja, immer! Dafür gibt es technische und wirtschaftliche Gründe. Mini-BHKW sind i.d.R. wärmegeführt, d.h. nur wenn Wärme (Heizung/Warmwasser) benötigt wird, fällt als „Nebenprodukt“ auch Strom an. Umgekehrt springt das Mini-BHKW nicht an, wenn nur Strom benötigt wird. Um in diesem Fall trotzdem Strom zu haben, ist immer eine Verbindung zum öffentlichen Stromnetz notwendig. Auch bei Stromverbrauchsspitzen, wenn also der Stromverbrauch die Kapazität des BHKWs übersteigt, wird Strom aus dem Netz bezogen. Gleiches gilt in den Zeiten, in denen kein Wärmeverbrauch oder Warmwasserbedarf besteht – z. b. im Sommer. Die Wirtschaftlichkeit eines Mini-BHKW hängt in hohem Maße von der Einspeisevergütung des nicht selbst verbrauchten Stroms ab. Ohne Verbindung zum öffentlichen Stromnetz fiele diese Vergütung weg. Abgesehen davon, benötigt die Elektronik des Mini-BHKW, wie eine reguläre Heizung, Strom für die Steuerung. Ohne Strom kann es nicht „anspringen“.

3. Ersetzt das Mini-BHKW meinen bisherigen Heizkessel?

Ja, meistens. Wenn die thermische Leistung des Mini-BHKW so dimensioniert ist, dass auch zu Spitzenzeiten immer genug Heizleistung zur Verfügung steht, ersetzt das Mini-BHKW die alte Heizung. Um eine möglichst gute Auslastung zu erzielen, ist eine Überdimensionierung der Anlage allerdings nicht ratsam. Für die Überbrückung von Spitzenlasten kann der alte (!) Heizkessel dienen, der nur in diesen Phasen erhöhten Wärmebedarfs automatisch zugeschaltet wird. Alternativ ist bei einigen Mini-BHKWs ein Zusatzbrenner installierbar.

4. Was kostet ein Mini-BHKW?


Das Mini-BHKW des Marktführers SenerTec, der „Dachs“ kostet bereits in der Basisversion rund 20.000 €. Davon konnte man bisher gedanklich die Einmalförderung aus dem Mini-KWK-Impulsförderprogramm des Bundesumweltministeriums gleich wieder abziehen. Der Investitionszuschuss war allerdings abhängig von den jährlichen Betriebsstunden. Nur bei 5.000 Betriebsstunden und mehr gab es den vollen Zuschuss. Im Falle des Dachs waren dies dann bis zu 7.400 € (inkl. Umweltbonus).Das Programm ist allerdings aktuell wegen leerer Kassen ausgesetzt. Unabhängig von diesem Einmalzuschuss sind es in der Tat die jährlichen Betriebsstunden, die die Wirtschaftlichkeit eines Mini-BHKW bestimmen. 5.000 Stunden pro Jahr bedeuten immerhin durchschnittlich 13,7 Stunden pro Tag, die das Blockheizkraftwerk läuft.

5. Rechnet sich ein Mini-BHKW auch in einem Einfamilienhaus?

Es kommt drauf an. Die Situation hat sich in den letzten Monaten deutlich verbessert. Zum einen kommen immer mehr auch kleinere Anlagen unter 10 kWel (elektrische Leistung) auf den Markt. Zum anderen ist erst kürzlich die Förderung der Mini-BHKW gestiegen. Aber eine Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb eines Mini-BHKW ist ein stetiger  Bedarf an Wärme (Heizung/Warmwasser) über das ganze Jahr hinweg. Da die Anlagen i.d.R. wärmegeführt sind, also nur dann Strom produzieren, wenn Wärme benötigt wird, ist ein Mini-BHKW in einem modernen wärmegedämmten Niedrigenergie-Haus kaum wirtschaftlich zu betreiben, da in den Sommermonaten keine Heizung und nur wenig Warmwasser benötigt wird. Grundsätzlich gilt: je größer das Objekt ist (viele Wohneinheiten) und je unterschiedlicher die Nutzungsstruktur (gewerbliche Nutzung mit Wärme- und Strombedarf tagsüber, private Nutzung mit Strombedarf am Abend, frühmorgens und am Wochenende) desto wahrscheinlicher ist der wirtschaftliche Einsatz eines Mini-BHKW.

6. Gibt’s Zuschüsse oder sonstige Einnahmequellen?

Ja, jede Menge! Leider ist die Gesamtförderung für Mini-BHKW auf einer Vielzahl einzelner Töpfe aufgeteilt. Der zukünftige Betreiber einer stromproduzierenden Heizung darf sich schon mal auf einiges an Bürokratie gefasst machen. Die wichtigsten Zuschüsse und Einnahmequellen:

  • Einspeisevergütung für nicht selbst genutzten Strom: zurzeit ca. 6,80 Cent/kWh
  • KWK-Zuschlag auf jede selbst genutzte oder eingespeiste kWh: 5,11 Cent/kWh
  • Rückerstattung Energiesteuer: bei Erdgas aktuell 0,55 Ct/kWh
  • Individuelle Förderprogramme der Bundesländer

7. Mit welchen Brennstoffen kann ein Mini-BHKW betrieben werden?


Mit fast allen! Die meisten Mini-BHKW sind auf den Betrieb mit Erdgas bzw. Flüssiggas ausgelegt. Ist der Standort nicht an das öffentliche Erdgasnetz angeschlossen, kann man auf Flüssiggas ausweichen (wird mit dem Tankwagen geliefert und in den eigenen Flüssiggastank gepumpt). Die „Liste der förderfähigen Mini-KWK-Anlagen“ enthält weiterhin Mini-BHKW, die mit Heizöl (schwefelfrei), Rapsöl (V DIN 51605), Klärgas/Biogas und sogar Holzpellets (nach DIN-Plus) betrieben werden können.

8. Wer installiert und wartet ein Mini-BHKW?

Sprechen Sie am besten den Heizungsinstallateur Ihrer Wahl auf seine Erfahrungen im Bereich Mini-BHKW an. Oft ist man erstaunt, wie hoch die Kompetenz im Einzelfall bereits ist. Allerdings ist dringend davon abzuraten, das Versuchskaninchen zu spielen. Für die konkrete Einstellung eines Blockheizkraftwerkes bedarf es einiges an Erfahrung mit dem spezifischen BHKW-Modell. Auch bei der Erledigung des leidigen Papierkrams für die Erlangung des maximalen Förderbetrages ist die Unterstützung eines erfahrenen Heizungsbauer bzw. Planers bares Geld wert.

Falls Sie sich bereits für ein bestimmtes Mini-BHKW entschieden haben, stellt jeder Anbieter auf seinen Internetseiten eine Vertriebspartner-Suche bereit.

9. Wie zuverlässig arbeitet ein Mini-BHKW?

Das ist abhängig vom Konstruktionsprinzip der Anlage und der Erfahrung des Mini-BHKW-Herstellers. Während einige der aktuell angebotenen Anlagen gerade erst das Stadium der Feldversuche verlassen haben, können andere Hersteller auf viele tausend installierte Geräte zurück blicken. Ausgereifte Geräte stehen bei entsprechender Wartung einem modernen Heizkessel hinsichtlich der Zuverlässigkeit in nichts nach.

10. Wie groß und wie laut ist eine Mini-BHKW-Anlage?

Eine der kleinsten Anlagen, der WhisperGen von WhisperTech ist gerade einmal so groß wie ein Geschirrspüler und auch ebenso laut bzw. leise. Das meistverkaufte Mini-BHKW, der Dachs von SenerTec ist 1,00 m hoch, 1,07 m lang und 0,72 m breit. Der gesamte Platzbedarf der Anlage liegt bei rund 1,90 x 1,80 m. Die Schallemission liegt bei < 58 dB (A). Hinter der Tür des Heizungskellers verborgen, sollte die Geräuschemission eines Mini-BHKW generell kein Problem sein.

Letzte Suchanfragen, die zu diesem Beitrag führten:

  • blockheizkraftwerk kosten (931)
  • mini kwk (266)
  • mikro bhkw kosten (241)
  • mini blockheizkraftwerk kosten (211)
  • mikro blockheizkraftwerk kosten (205)
  • mini blockheizkraftwerk einfamilienhaus (198)
  • kosten mikro bhkw (160)
  • was kostet ein blockheizkraftwerk (157)
  • mini bhkw einfamilienhaus (146)
  • mikro blockheizkraftwerk einfamilienhaus (140)
Stichworte: , ,

112 Kommentare

  1. Hallo „BHKW-Prinz“,

    vielen Dank für die schnelle und freundliche Antwort. Freue mich ja doch, dass ich hier geschrieben habe und eine so kompetente Antwort bekommen habe. Bezüglich des Mailkontaktes schreibe ich eine email.

    Vielen Dank Markus Oehrlich

  2. Hallo „BHKW-Prinz“,

    wir haben letzte Woche erfahren, daß unsere 8 Jahre alte Gastherme durch ist. 🙁
    Auf der Suche nach einer Alternative ist mir ihre Seite aufgefallen.
    Den Rat den wir brauchen ist, rechnet es sich für uns, ein BHKW einbauen zu lassen?
    Unsere Verbrauchswerte lassen sich wie folgt an:

    Gasverbrauch gesammt : ca. 35 000 KWh
    Strom zusammen ca. 6300 KWh

    Wir bewohnen ein 3 Familien Haus bei dem der obeste Stock autark ist, mit eigener Gastherme und
    eigener Stromzählung.
    Das Haus ist Bj. 1910 und wurde Mitte der 70er mal isoliert. Wohnungsgrößen sind jeweils um 110qm.
    Fenster sind neu.

    Wir zwei Eigentümer der anderen beiden Wohnungen sind mit der Heizung und Warmwasser Aufbereitung
    auf der einen Gastherme zusammen. Den Strom, der verbraucht wird ist aber mit Einzelzählern den Wohnungen zugeordnet.

    Wir freuen uns, wenn sie uns mit ihrem Rat eine Entscheidungshilfe geben können.

    Vorab herzlichen Dank für ihre Zeit und diese Seite.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hubert E.

  3. Wir haben seit Mai 2011 ein Mini-BHKW WhisperGen. Die erste Anlage wurde im Mai 2011 gegen ein neues Gerät ersetzt, da die elektrische Leistung um mehr als 10% gesunken war. Nach nur 7 Monaten ist die elektrische Leistung des zweiten Geräts um 15% gesunken, Tendenz steigend. Hinzu kommt, dass der Zünder des Hauptbrenners bereits zum dritten Mal defekt ist.
    Der Verkäufer, die Fa. Constirling GmbH ist insolvent und der spanische Hersteller der Geräte auch.
    Wir lassen jetzt eine konventionelle Gastherme installieren.

  4. Liebe KWK-Prinzen,

    die “Liste der förderfähigen Mini-KWK-Anlagen” des Bafa vom 24.04.2013 enthält nur mehr gas- und ölbefeuerte Mini-KWK-Anlagen.

    Was hat sich technisch bewährt an anderen Brennstoffen/Primärenergien? Was ist davon kommerziell in der Vermarktung?

    Mit besten Grüßen
    G.Braun

  5. Hallo BHKW Prinz,

    In welchen Situationen wird ein Stirlingmotor, welchen ein Dampfbetriebender Kolben oder eine Gasturbine eingesetzt?
    Wovon hängt das ab?
    Speziell interessieren mich die Mini BHKW`s.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas N.

  6. Hallo Herr Nees,

    beim Stirlingmotor hat sich der Markt aufgrund diverser Insolvenzen massiv gelichtet. Faktisch gibt es nur noch den microgen-Stirling. Dieser ist recht klein, sowohl von den Ausmaßen wie auch von der Leistung her. Wir reden über 1,0 kWel. Damit ist das Anwendungsgebiet auch klar definiert. Einfamilienhäuser, geringer Wärme- und Strombedarf.

    Der dampfbetriebene Kolben bzw. die Dampf-Expansionsmaschine wird nur noch im lion Powerblock eingesetzt. Auch hier ist eher der Privathaushalt im Visier. Die elektrische Leistung liegt zwischen 0,3-2,0 kW.

    Hingegen leistet das kleinste Gasturbinen-BHKW bereits 30 kWel. Diese Geräte werden im öffentlichen Bereich und insbesondere bei regionalversorgern eingesetzt.

    LG – der BHKW-Prinz

  7. Hallo BHKW Prinz,

    Wie sieht das bei Stromausfall aus. Besteht die Möglichkeit das das Kraftwerk unabhängig ist von solchen Zwischenfällen?

  8. Hallo BHKW Prinz

    Wie sieht das bei Stromausfall aus? Ist es für ein BHKW möglich unabhängig von diesen Zwischenfällen zu arbeiten?

    Vielen Dank das Sie sich Zeit nehmen.

    Mit freundlichen Grüßen, Kerstin S.

  9. Hallo Kerstin,

    das geht nur bei solchen BHKWs, die eine Notstromfunktion besitzen – und das sind die wenigsten. KW Energie hat so etwas z.B. im Angebot. Die nächste Stufe wäre dann der Inselbetrieb. Das ist aber meist nur für Skihütten etc. interessant, die nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind.

    LG – der BHKW-Prinz

  10. Hallo Admin,
    ich habe mir ein frestehendes Haus, Hartbrandziegel ohne Dämmung, Bauj. ca. 1900 gekauft.
    Ernergiebedarf 460 Kwh/(m²*a)
    Stromverbrauch ca. 4500 KW pro Jahr
    Wohnfläche ca. 130 m²
    Lohnt sich ein BHKW, Brennstoff wäre Flüssiggas oder ist eine Innendämmung Wirtschaftlicher?

    Mit freundlichen Grüßen

    F.

  11. Hallo,
    wir haben ein EFH Baujahr 1923/1994 181 qm zuzüglich dem ausgebauten Dachboden. 1994 kernsaniert.
    Wir haben das Haus 2013 gekauft. Nun folgt der Anbau einer Erweiterung von ca. 88 qm. Mit Sauna und behizbarer Whirlpool.
    Unsere Strom -Abrechnung im Jahr: 4576 kWh (noch ohne Sauna und ohne Whirlpool)
    Unsere Gas-Abrechnung im Jahr für Heizung und Warmwasser : 28124 kWh.
    Wor sind eine fünfköpfige Familie.
    Uns wurde empfohlen, ein BHKW für Wärme und Strom einbauen zu lassen.
    Wir sind einwenig skeptisch, was die Wirtschaftlichkeit, Förderung und steurliche Erleichterung anbelagt.
    Wir bitten Sie um Ihre Meinung.
    Vielen Dank
    Mit freundlichen Grüßen
    Armin

  12. Nachdem ich bislang nichts gefunden habe dazu:

    Um weitgehend autark zu werden von öffentlicher Versorgung wäre es IMHO doch interessant, ein BHKW mit verschiedenen Brennstoffen (u.a. Holz….) betreiben zu können, oder?

    Gibt es so etwas, bzw. was spricht dagegen?

    VG – TGR

Schreib einen Kommentar