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Alles über Mini-BHKW

CALLUX: Wer möchte ein Brennstoffzellen-Heizgerät testen?

Brennstoffzellen-Heizgeräte sind die innovativste Art der Kraft-Wärme-Kopplung. Mit dem Groß-Praxistest CALLUX möchte Politik, Gerätehersteller und Energieversorger die Technologie endlich zur Praxisreife führen. Der BHKW-Prinz hat 10 Fragen und Antworten rund um die neueste Alternative zu Mini-BHKW zusammengestellt.

1. Wer steht hinter dem Projekt?


Ende September 2008 startete das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit Beteiligung von Bundesminister Tiefensee gemeinsam mit neun Partnern aus der Wirtschaft den bundesweit größten Praxistest von Brennstoffzellen-Heizgeräten: CALLUX.
Projektziel ist die Vorbereitung der Markteinführung erdgasbetriebener Brennstoffzellenheizgeräte (BZH). Projektpartner sind einerseits Unternehmen aus dem Gasversorgungsbereich (EnBW, E.ON, EWE, MVV Energie, VNG), andererseits die Hersteller der BZH (Baxi Innotech, Hexis, Vaillant).

2. Wie funktioniert’s?

Der Brennstoffzellenprozess - Bild: Initiative Brennstoffzelle

Brennstoffzellen-Heizgeräte erzeugen Wärme und Strom nicht wie herkömmliche Blockheizkraftwerke durch Verbrennungsmotoren, sondern durch elektrochemische Energiewandlung ganz ohne Flamme. Die Brennstoffzellen nutzen den Wasserstoff, der im Erdgas enthalten ist. Gemeinsam ist beiden Technologien das Prinzip der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme, der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).
Bei Brennstoffzellen-Heizgeräten wird das Erdgas zunächst zu wasserstoffreichem Brenngas aufbereitet. Anschließend kommt die Brennstoffzelle ins Spiel. In Ihr reagiert das Brenngas mit dem Sauerstoff der Luft, so dass Gleichstrom fließt. Dieser wird zu Wechselstrom umgewandelt und dem Stromnetz eingespeist. Die Reaktionswärme wird für die Warmwasseraufbereitung und die Heizung des Hauses genutzt.

3. Wo liegen die Vorteile?

Brennstoffzellen-Heizgeräte zeichnen sich durch geringere Emissionen und eine höhere Energieeffizienz aus, was nicht zuletzt der Umwelt zu Gute kommt. Sie sparen bis zu 30 % an Primärenergie gegenüber der herkömmlichen Versorgung. Darüber hinaus werden Transportverluste im Stromverteilnetz vermieden.
Für den Hausbesitzer rechnet sich das Brennstoffzellen-Heizgerät insbesondere deshalb, weil er seinen Stromverbrauch nicht nur aus dem öffentlichen Netz deckt, sondern dieser Strom größtenteils durch die Stromerzeugung im Brennstoffzellen-Heizgeräte ersetzt werden kann. Der Hauseigentümer kann durch die gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme seine Energiekosten gegenüber der konventionellen Versorgung mit beispielsweise Brennwertkessel und reinem Netzstrombezug deutlich senken.

4. Welche Geräte kommen zum Einsatz?

Baxi Innotech Gamma 1.0 - Bild: Baxi Innotech

Die Brennstoffzellen-Heizgeräte, die beim Praxistest Callux erprobt werden, haben eine Leistung, die für den Betrieb in Ein- und Zweifamilienhäusern optimiert ist. Sollte die Wärmeleistung des BZH nicht ausreichen, ergänzt ein Erdgas-Brennwertgerät bei Bedarf das Brennstoffzellen-Heizgerät. Die elektrische Leistung beträgt ein Kilowatt, was ausreicht, um den Grundbedarf eines Einfamilienhaushalts zu decken.
Brennstoffzellen für die Hausenergie befinden sich derzeit noch in der Entwicklung. Die Anlagen, die bereits an vielen Orten in Deutschland installiert wurden, sind Prototypen und spezielle Testsysteme, mit denen Langzeiterfahrungen gesammelt werden sollen. Die Geräte befinden sich derzeit im Feldversuch, sind also noch nicht am Markt erhältlich.

  • Brennstoffzellen-Heizgerät von Baxi Innotech: GAMMA 1.0 (max. 1,0 kWel, 1,7 kWth)
  • Brennstoffzellen-Heizgerät von Hexis: Galileo 1000 N (max. 1,0 kWel, 2,0 kWth)

Über das BZH von Hexis, den Galileo 1000 N wurde bei BHKW-Prinz bereits berichtet.

In dem folgenden CALLUX-Film wird übrigens noch das alte GAMMA 1.5 gezeigt. Der neuere Typ GAMMA 1.0 benötigt deutlich weniger Raum.

5. Wie viele Geräte sind schon in Betrieb?

Beispielprojekte laufen im Rahmen von Callux derzeit bereits in mehreren Einfamilienhäusern in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Brennstoffzellen-Heizgeräte werden in Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie öffentlichen Gebäuden (Kindergärten, Rathäuser) in ausgewählten Regionen Deutschlands eingesetzt. Sie ersetzen das bestehende Heizsystem. Zum ersten Geburtstag des Projektes Callux sind bisher rund 50 Brennstoffzellen-Heizgeräte in Betrieb gegangen.

  • EWE: 19 Projekte in Niedersachsen und 3 in Brandenburg (11 x Hexis, 11 x Baxi)
  • MVV: 6 Projekte in Baden-Württemberg und 1 Projekt in Rheinland-Pfalz (4 x Hexis, 3 x Baxi Innotech)
  • EnBW: 11 Projekte in Baden-Württemberg (6 x Hexis, 5 x Baxi)
  • E.ON Ruhrgas: 4 Projekte in Hamburg, 1 Projekt in Nordrhein-Westfalen (2 x Hexis, 3 x Baxi)

Da allerdings insgesamt etwa 800 Anlagen bis Ende 2012 installiert werden sollen, werden in den Regionen noch Testhaushalte gesucht.

6. Wie zuverlässig sind die Geräte?

Die ersten Brennstoffzellen-Systeme wurden bereits 2001 im Alltagseinsatz getestet. Engpass der Systeme ist offensichtlich die Lebensdauer der Brennstoffzellen-Stapel. Bei den ersten Baureihen lag die Lebensdauer noch bei wenigen tausend Stunden. Inzwischen geht z.B. Baxi Innotech von 20.000 Betriebsstunden aus.

7. Wer kann teilnehmen?


Wer plant, seine bisherige Heizungsanlage innerhalb der nächsten Jahre zu erneuern bzw. eine Energieversorgung für seinen Neubau sucht, kommt grundsätzlich als Projektteilnehmer in Frage.
Brennstoffzellen-Heizgeräte sind genauso wie Mini-BHKW besonders geeignet für Gebäude, die auch nach durchgeführten Wärmedämm-Maßnahmen einen deutlich höheren Wärmebedarf als Neubauten aufweisen. Ziel ist, dass die Geräte 5.000-6.000 Betriebsstunden pro Jahr erreichen. Das ist nicht wenig! In der Praxis bedeutet dies, dass die BHZ im Durchschnitt 13-16 Stunden täglich in Betrieb sind – auch in den Sommermonaten. Folglich muss für den Einsatz einer Brennstoffzelle im betreffenden Objekt ein jährlicher Mindestwärmebedarf bestehen.
Weiterhin müssen Interessenten an das Gasnetz der Projektpartner angeschlossen sein. Der Heizungsraum für die Zentralheizung sollte gut zugänglich im Keller, Erdgeschoss oder einem Anbau liegen, mindestens 4 m2 groß und 2,25 m hoch sein.
Ein DSL-Anschluss für die Fernüberwachung der Anlage ist Voraussetzung. Eine Solaranlage mit Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung darf nicht installiert sein, da die Anlage sonst nicht auf die erforderlichen Mindeststunden kommt.

8. Was kostet es?

Die Brennstoffzellen-Heizgeräte werden von den teilnehmenden Energieversorgungsunternehmen erworben, installiert und betrieben. Als Pionier-Kunde trägt man weder ein finanzielles, noch ein technisches Risiko.
Je nach dem anbietenden Energieversorger wird entweder die abgegebene Wärme- und Strommenge in Rechnung gestellt. Oder der Kunde erhält wie bisher eine Gas- und Stromrechnung, die dann mit der Einspeisevergütung des Stroms verrechnet wird. Wichtig: Die Anlage selbst ist kostenlos.
Auf längere Sicht wollen die BHZ-Hersteller ihre stromerzeugenden Heizungen zu Preisen anbieten, die rund 2.000 Euro über den 4.000 bis 5.000 Euro eines herkömmlichen Gas-Brennwertkessels liegen.
Das Projekt selbst hat bei geplanter Umsetzung ein Gesamtvolumen von 86 Millionen Euro, davon werden 45 Millionen Euro durch die Konsortialpartner finanziert, 41 Millionen werden durch Fördermittel aufgebracht.

9. Was passiert nach dem Feldtest mit den Anlagen?

Nach Ablauf der Feldphase sollen die Brennstoffzellen-Prototypenanlagen wieder demontiert werden. Ob die Testteilnehmer dann eine neue Heizungsanlage benötigen, oder ob sie dann ein vergünstigtes Brennstoffzellen-Heizgerät aus der (Vor-)Serienfertigung erhalten können, steht noch nicht fest.

10. Ich habe Interesse, wo kann ich mich melden?

Grundsätzlich können sich Kunden der beteiligten Energieversorger auf eine Liste setzen lassen. Dies ist im Kontaktbereich der Website oder telefonisch unter 0180 – 300 07 37 möglich.

Nur EnBW-Kunden: Baden-Württembergische Interessenten können sich auch auf der Website von EnBW in einem speziellen Bewerbungsformular eintragen.
Quelle: EVUs, Hersteller, Callux

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15 Kommentare

  1. Ich bin durch ARD in einem Beitrag auf die Brennstoffzellentechnik aufmerksam geworden.
    Interessiere mich stark dafür, da bei uns ein Ofenwechsl nötig wird.
    Gas DSL vorhanden, Auch sonstige Bedingungen gut.
    2 Familienhaus ca 23 KW in Spitzen nötig.
    Bin bereit an Tests teilzunehmen , Selbst Ing, (Nachrichtentechnik) und an innovativer Technik interessiert.

  2. Hallo,
    habe ebenso heute am 07.11.10 von dem Beirtrag gehört und mir Unterlagen bestellt. Bei mir handelt es sich um ein 2 1/2 Fam. Haus (250 qm). Die Heizung ist noch voll intakt (BJ. 1993). Wäre ebenso bereit an dem Test teilzunehmen. Selbst. Malermeister und Restaurator im Handwerk, immer interessiert an neuer Technik, die kostengünstiger und umweltbewußter genutzt wird.

  3. Hallo zusammen,
    Wir, wohnen in einem Reihenhaus in 47929 Grefrath – Oedt und benötigen in nächster
    Zeit eine neue Heizungsanlage. Wir bedeutet einen 4 Personenhaushalt mit zwei Teenager
    die immer mehr Energie benötigen.
    Ich persoenlich bin sehr an neue Techniken interessiert, DSL Anschluß
    Ist auch vorhanden.
    Bitte Informieren Sie mich auch über die Kosten und auch
    über Fördermaßnahmen.

    Mit Freundlichen Grüßen,
    Reiner Jansen

  4. Lieber Herr Reiner, Herr Gies, Herr Albrecht,

    BHKW-Prinz.de ist ein herstellerunabhängiges reines Infoportal. Wir vertreiben selbst keine BHKW. Bei Interesse an der Teilnahme am CALLUX-Projekt ist das hier die richtige Adresse.
    Einmal abgesehen davon können wir Ihnen allerdings unseren sensationellen BHKW-Finder nur wärmstens ans Herz legen. Darüber erhalten Sie schnell einen Marktüberblick über die für Sie relevanten Mini-BHKW.

    Mit den besten Grüßen – der BHKW-Prinz.de

  5. Hallo zusammen,
    Ich habe für mein Objekt (hauptegbäude+nebengebäude, Energiebedarf ca. 60.000Kwh gas) mit dem hiesigen Energieversorger über ein Brennstoffzellen Bhkw gesprochen und habe mich nun leider dagegen und für eine „normale“ gasbrennwerttherme entschieden.

    Grund hierfür waren die Kosten. Unsere etwas ältere Hauselektrik hätte kompl. auf aktuellen Standard gebracht werden müssen (laut gesetz, nicht wegen Mängel). Die Wärme wäre durch einen Wärmemengenzähler zu normalen Gaspreisen an mich weiterberechnet worden. Vom Strom bleibt auch nichts und bindet sich auch vertraglich zum Einsatz der Heizung. Die Installationskosten werden mit ca. 5000€ in einer Gebühr verwurschtelt. Natürlich kostet die Installation weit mehr für den Energieversorger. Zugriff muss vertraglich zu jederzeit zugesichert werden.

    Die jetzige Brennwerttherme hat ca. 6000€ inkl. Installation gekostet und liegt im Wirkungsgrad um 90%, somit wäre nur beim Brennstoffbhkw die quasi 100% wirkungsgrad des wärmemengenzählers interessant.

  6. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe in Ihrer Internetseite gelesen, dass Sie Testkunden für die Brennstofftherme suchen.

    Leider habe ich keine Bereiche in Oberbayern gefunden. Gibt es eventuell auch hier die Möglichkeit, solche Thermen zu testen. Ich hätte 2 Kunden, die Interesse daran hätten.

    Mit freundlichen Grüßen

    E.Lehle-Leuchtenmüller

    Tel. 08664/928766

  7. richtige e.-Mail Adresse.

    Mit freundlichen Grüßen

    E.Lehle-Leuchtenmüller

  8. Hallo Frau Leuchtenmüller,

    nicht wir (wir sind ja nur eine Infoportal) suchen Testkunden, sondern CALLUX suchte. Das war 2010. Inzwischen ist es etwas ruhig geworden um das Projekt. Aber Sie können es ja einmal auf deren Homepage versuchen.

    LG

  9. Wie kann ich teilnehmen, wenn das örtliche EVU nicht am CALLUX-Programm teilnimmt?

  10. bei callux keine möglichkeit, da mein stromlieferant nicht beteiligt ist! können sie mir helfen?ich wäre ihnen sehr dankbar.werner grabsch wolftalstrasse 25 77709 oberwolfach telefo 07834-331 frundliche grüsse von hier!

  11. ich finde ihren artikel sehr aufshlussreich und werde denselben weiter epfehlen

  12. bei uns handelt es sich um ein zweifamilienhaus ca 200 qm dachwohnung ungenutzt, ca60 qm.wird aber später wieder genutzt werden.meine heizungsanlage ist ca 30 zig jahre alt ,betrieben mit öl und holz.die letzten. 3 jahre wurde nur mit holz geheitzt,wegender hohen ölpreise.(45kw)mauerwerk besteht aus gebrannten hohlblocksteinen,neue thermopen fenster,dach ist isoliert.die höhe des heizunskellers beträgt leider nur 2,05 m,die fläche mit 3,75 x3,80 wäre ausreichend.werde nun wol meinen stromlieferanten wechseln müssen zum beisspiel zu EnBW,um mich dort einzutragen und dann evtl. am feldtest teinehmen zu können

  13. Herr K:E:Wittmer,-wechseln sie doch zu einem stromanbieter in ihrem raum, welcher am feldtest teilnimmt.kontaktbereich der webseite oder unter 0180-300-07 37 wie im BHKW-Prinz beschrieben,. ich werde das gleiche tun .alles gute W.G.

  14. Grüß Gott aus Wien. Meine Webseite ist noch im Entstehen. Ich arbeite in Wien im finanziellen Bereich und studiere derzeit Erneuerbare Energien. Meine These schreibe ich nun über BZ-Heizgeräte in der häuslichen Anwendung. Auch ich interessiere mich für Callux und verwandte Themen. Meine Frage lautet: hat jemand eine Brennstoffzelle zuhause und ist glücklich? ich suche Erfahrungswerte, und wenn ich selber eines Tages ein Haus baue, dann nehme ich Solarthermie, PV und die Brennstoffzelle mit hinein. Alles beste, Mortimer

  15. ist der Feldversuch noch am laufen?

    Beste Grüße

    Helmut Kellner

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