Ofen aus: SUNMACHINE GmbH insolvent

Sunmachine „Raketenflamme“- Bild: Sunmachine

Wie die Allgäuer Zeitung heute berichtet, ist der Mini-BHKW-Hersteller „SUNMACHINE Gmbh“ insolvent. Das Unternehmen hatte bereits drei Finanzierungsrunden durchlaufen. Jetzt drehte der Hauptinvestor den Geldhahn zu.

Geniales Konzept aber in der Praxis noch nicht ausgereift

Die Technik des Sunmachine Mini-BHKW ist grundsätzlich brilliant. Die Highlights: innovativer Stirlingmotor, Befeuerung mit nachwachsenden Rohstoffen (Pellets), „Raketenflamme“ mit nahezu ascheloser Verbrennung sowie einziges BAFA-gefördertes Pellet-BHKW.
Doch die Erfahrungen mit rund 400 ausgelieferten Sunmachine Pellet Mikro-Blockheizkraftwerken zeigten in der Praxis den Optimierungsbedarf der Anlage hinsichtlich der Zuverlässigkeit.


Der im Juli eingestiegener Schweizer Hauptinvestor, der namentlich im Hintergrund bleibt, drängte auf tiefgreifende Einschnitte. Im Oktober 2009 wurde vor dem Hintergrund der Probleme bei der Zuverlässigkeit der Sunmachine die Produktion drastisch herunter gefahren. Nach in Spitzenzeiten 100 und mehr Sunmachines pro Monat, lag die Produktion zuletzt nur noch im einstelligen Bereich. Erst sollten die technischen Kinderkrankheiten ausgemerzt werden.

Restrukturierung kam zu spät

Die ehemals drei Standorte (Hauptsitz Wildpoldsried, Entwicklungszentrum Nürnberg, Produktion Kaufbeuren) wurden Anfang 2010 aufgelöst und nach Umzug ins nahe gelegene Kempten zusammengelegt. Die Sunmachine-Belegschaft umfasste aktuell noch 85 Mitarbeiter, nachdem man Anfang des Jahres bereits rund 40 Mitarbeiter, meist aus dem völlig überdimensionierten Produktionsbereich entlassen hatte.

Investor drehte Geldhahn zu

Nach dem Zurückfahren der Produktion erzielte das Unternehmen keine laufenden Einnahmen. Dem gegenüber steht jedoch ein monatlicher Liquiditätsbedarf von ca. EUR 1,5 Millionen der nicht zuletzt auch für Gewährleistungskosten der installierten Mini-BHKW anfällt.

Die Allgäuer Zeitung zitiert den Insolvenzverwalter Peter Hoffmann „Dabei musste man durch eine Reihe von technischen Rückschlägen erkennen, dass die Entwicklungsdauer und die damit verbundenen Finanzmittel bei Weitem über den Annahmen liegen, die in der Vergangenheit getroffen wurden“.


Der Hauptgesellschafter, der die Finanzierung der Sunmachine GmbH in den vergangenen Monaten mit über 22 Millionen bestritten hatte, teilte am 27.04.2010 mit, dass er aufgrund dieser Erkenntnisse und des daraus folgenden erheblich erhöhten Finanzierungsbedarfs von weiteren ca. 25 Millionen EUR bis zur eventuellen Marktreife des Produktes die Gesellschaft nicht mehr weiter finanzieren wird. Zusätzlich wurde seit 6 Monaten versucht, einen Co-Investor zu finden, der die finanziellen Lasten mitträgt. Dieses leider auch ohne Erfolg. Die Gesellschaft ist damit zahlungsunfähig und die Geschäftsführung war verpflichtet, unverzüglich Insolvenzantrag zu stellen.

Insolvenzverwalter Hoffmann sucht nun nach einem neuen Investor.

Lizenzpartner in Sorge

Die exklusiven Lizenzpartner der Sunmachine GmbH, allesamt Handwerksbetriebe, sorgen sich jetzt um ihre eigene Zukunft. Es ist zu befürchten, dass sich die Kunden der rund 30.000 € teuren und in vielen Fällen defekten Blockheizkraftwerke mit Regressansprüchen an ihren Vertragspartner wenden – den Lizenzpartner.

Letzte Suchanfragen, die zu diesem Beitrag führten:

  • sunmaschine (185)
  • sunmachine insolvenz (91)
  • sunmaschine insolvent (83)
  • sunmachines (64)
  • sunmachine nürnberg (41)
  • sunmachine bhkw (40)
  • sunmachine gmbh nürnberg (27)
  • sunmachine erfahrungsbericht (24)
  • sunmachine gmbh kempten (20)
  • Sachsen Stirling GmbH (12)